Press: Erik Satie                                

28/12/2009

Die Welt (Deutsche)

Wer zuerst lacht, tut's am Besten

Vierzig Jahre einer ganz besonderen Karriere: Die Klavierschwestern Katia und Marielle Labèque im Gespräch übers Musizieren zu zweit

Sie lächeln? Nein, sie lachen über die volle Breitseite von zwei Flügeln. Die Labèque-Schwestern, seit mehr als 40 Jahren erfolgreich, brachten eine Feelgood-Stimmung, einen Überschuss an Laune und Liebenswürdigkeit in die Klassik ein, als dort noch schmallippige Bittermienen vorherrschten - und für ein Zeichen von Seriosität gehalten wurden. Kein Auftritt der ungleichen Geschwister, bei dem man nicht den Eindruck hatte, ein Fenster gehe auf und Frischluft durchströme ein unbemerkt muffig gewordenes Zimmer. So ist es bis heute. Katia und Marielle Labèque verkörpern den Charme persönlich im klassischen Doppelpack.

Auch konkret, beim Gespräch in Berlin. Dabei ist die Ausstrahlung der etwas älteren Katia noch porzellan-zerbrechlicher geworden. Marielle, die stillere, guckt immer träumerischer ins Nichts. Ihr anscheinend echter Zusammenhalt hat dabei nichts an Ehrlichkeit eingebüßt. Man erlebt selten Musiker, die über Fragen freiwillig und lange nachdenken und sich durch sie in Frage stellen lassen. Warum sie bei ihren Auftritten so viel lachen? "Weil wir so viel üben!", prustet es aus Marielle heraus. Die beiden waren stets gut genug vorbereitet, um bei so viel Lachlust nicht selber lächerlich dazustehen.

Die Labèques, schön und frisch und vom Betrieb durchaus nicht unverschont geblieben, mussten immer selbständiger, immer persönlicher werden. Und immer freier. Ihre neue Satie-CD hätten sie auf einem Industrie-Label weder machen wollen noch können. "Niemand wollte uns solo", sagt Katia nicht ohne Bitterkeit. Da haben sie ihren eigenen Laden aufgemacht.

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